Santuario di San Clemente


Santuario di San Clemente

Am Gipfel des 521 Meter hohen „Hügels“ (Berg von San Clemente), im Gemeindegebiet von Sangiano, befindet sich das kleine und reizvolle Heiligtum von San Clemente, das Santuario di San Clemente. Trotz der bescheidenen Höhe kann man von hier aus einen atemberaubenden Blick in alle 4 Himmelsrichtungen genießen.

Um San Clemente zu erreichen, ist es möglich das Auto in der Nähe des Rathauses von Sangiano zu parken und in die Via Monte Nero einzubiegen und den Wegweisern “San Clemente” und “Balconata Picuz” zu folgen. Der erste Teil verläuft einspurig auf Asphalt, mit teilweise steilerem Anstieg. Und an diesem Streckenabschnitt – an einem 50 Meter ebenen Teil – führt ein Fußweg in den Busch, der zu einer Kletterwand führt. Dort ist es auch möglich an unterschiedlichen, offiziellen Routen zu trainieren. Daher parken dort auch oft einige Autos. Nach ungefähr 2 km erreicht man einen Parkplatz mit Picknick Gelegenheit. Ein paar Meter weiter auf der linken Seite, gekennzeichnet durch zwei große Steinbrocken, eröffnet sich der Blick auf den südlichen Teil des Lago Maggiore mit dem Monte Rosa auf der rechten Seite. Hier, leider nicht beschildert, kann man links einen kleinen Weg abwärts nehmen. Dieser führt in wenigen Minuten zum größeren Panoramabalkon des „Picuz“. Hier ist das Panorama noch beeindruckender.

Der Weg zum Santuario di San Clemente

Sie können aber auch noch 100 Meter weiter an einem kleinen runden Parkplatz parken, und dort links abzweigen und den holprigen und auch unbeschilderten Schotterweg einschlagen. Dieser führt auch in einigen Minuten zum „Picuz“.

Wieder zurück auf dem Hauptweg, erreicht man in ca. 20 Minuten einen größeren Parkplatz, an dem der offizielle Fahrweg sein Ende hat. Im Zentrum dieses Platzes, mit hohen schattigen Bäumen bepflanzt, steht ein alter Wasserpumpbrunnen, der die alte Siedlung aus der Zeit um 1850-1900 speist. Hier ist es auch möglich romantische Wohnwagen- und Zelttouristen anzutreffen, die die Einsamkeit genießen. 100 Meter weiter liegt der fast ausgestorbene Weiler San Clemente, in dem nur noch ein Haus an Wochenenden richtig bewohnt ist. Dort ist eine Schranke anzutreffen, die meistens geschlossen ist. Geöffnet wird sie nur an Sonn- und Feiertagen, wenn ein ehrenamtlicher „Pförtner mit Schlüsselgewalt“ für die Kirche oben anwesend ist. Hier nun beginnt die „Via Crucis“, ein 300 m steiler Aufstieg, gesäumt von den 14 hölzernen Kreuzigungs-Stationen Christi. Am Ende in einem kleinen Sattel liegt das Heiligtum, ohne Kirchturm, umgeben von Stille und Ruhe.

Einmaliger Blick vom Santuario di San Clemente

Der Ausblick ist hinreißend und einmalig, und das zu Fuß in nur einer Stunde erreichbar! Eine Foto-Tafel gibt Auskunft über den sichtbaren Horizont mit über 20 Gipfeln, mit Höhenangabe. Darunter (von l. nach r.) der Monte Rosa (4834), Dom mit 3 Gipfeln über 4500 m, dann folgen Weissmies, Fletschhorn und Legginhorn, weitere 4000er aus dem Walis.

Der Sichtwinkel ist fast 160 Grad! In der Mitte breitet sich der Lago Maggiore aus. Links, am gegenüberliegenden Ufer liegt Stresa mit seinen Prachthotels (zu den Hotels in Stresa) - aus der Zeit des Königreichs Italien - wo 1943 eine Welt- Friedenskonferenz abgehalten wurde. Vorgelagert liegen die 3 Inseln: Isola Bella, Isola Pescatori und Isola Madre, letztere inmitten des Sees. Der Blick nach rechts zeigt uns am anderen Ufer im Norden die Städte Pallanza und Intra (heute administrativ vereint mit Namen Verbania). Der Ausblick nach rechts schließt mit dem Hausberg von Laveno-Mombello, dem Sasso di Ferro (980 Mt.) ab.

Blick vom Santuario di San Clemente
Blick vom Santuario di San Clemente

Am Gipfel ist ein Startplatz für Paraglider und Drachenflieger, die bei Südwind und geeigneter Wetterlage ihre Kreise ziehen. Sie erreichen mittels eines Kuebelliftes den Berggipfel. Laveno-Mombello liegt ihm zu Füßen, mit internationaler Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt am lombardischen Ufer. Einmal die Fährverbindung über den See nach Intra (Piemontesisches Ufer) und die 2 Eisenbahnhöfe. Eine Linie (früher Privat-Bahn) führt direkt nach Mailand. Der andere Bahnhof liegt an der internationalen Eisenbahnstrecke: Mailand über Luino nach Bellinzona(CH) - Gotthard u.s.w. Auf der gegenüberliegenden Süd-Ostseite öffnet sich der Blick bis zum Monte Generoso bei Lugano. Links vorgelagert liegt das große Naturschutzgebiet „Campo die Fiori“ (1227 Mt.), an dessen Fuß sich die wohlhabende Provinzhauptstadt VARESE ausbreitet, mit einem großen Einzugsgebiet vieler interessanter historischen Baudenkmäler und Siedlungen.

Die Santuario di San Clemente

Aber nun zur Kirche: Die Santuario di San Clemente weist einen romanischen Ursprung auf. Das Gebäude, wie wir es heute sehen, erlebte mehrere Restaurierungsarbeiten. Offiziell wurde die Kirche 1466 geweiht. Aus der jüngeren Geschichte ist bekannt, dass um 1800, Habsburg Teile der Lombardei besetzt hatte. Aber Dank des legendären Aufstands (die 5 Tage von Mailand) gegen RADESKY, dem Stadthalter von Mailand, gelang es die Österreicher zu schlagen, und die Lombardei von der Besetzung zu befreien. Dieser Krieg hat natürlich seinen Preis gehabt. Die Berghöhen waren seit jeher Verteidigungs- oder Angriffsstellungen. Als Konsequenz hat auch die Santuario di San Clemente darunter schwer gelitten. Die erste ernste Restaurierung ist 1935 bekannt, es folgten weitere Renovierungsmaßnahmen um 1965. Zu jener Zeit wurde auch die Fahrstraße ausgebaut.

Bei der Restaurierung wurden auch zahlreiche wichtige Funde (ein Beinhaus und römisches Glas aus dem ersten bis zweiten Jahrhundert sowie verschiedene Münzen), die die historische Bedeutung dieser Stätte in römischer Zeit vor dem Bau des ursprünglichen Gebäudes, belegen. Unter diesem Gesichtspunkt sind Wissenschaftler von der Wahrscheinlichkeit ausgegangen, dass in San Clemente ursprünglich auch ein Turm und sogar eine Burg standen.

Außenansicht der Santuario di San Clemente

Das Datum des religiösen Gebäudes selbst, das aus drei Teilen aus verschiedenen Epochen besteht, scheint ziemlich ungewiss zu sein. Wobei die Apsis die älteste Komponente aus dem neunten bis zehnten Jahrhundert ist, während die übrigen vorromadienischen und romanischen Ursprungs sind. Die Kirche hat ein Mosaik mit weißen, roten und schwarzen Fliesen im Apsis Bereich sowie Spuren eines Freskos.

Kircheninnere San Clemente

Neugierig, interessant und umstritten ist auch die geografische Lage der Santuario di San Clemente, an der Grenze zu den Gemeinden Caravate und Laveno Mombello, die zu zwei verschiedenen Diözesen, Mailand und Como, gehören. Es wird davon gesprochen, dass in früheren Epochen die Beziehungen, nicht gerade idyllisch waren. Im Jahr 1566 führten die Streitigkeiten sogar zu einer physischen Konfrontation bis zur endgültigen Zuordnung im 20. Jahrhundert der religiösen Gerichtsbarkeit zur AMBROSIANISCH-KATHOLISCHEN, Diözese MAILAND.

Besichtigung der Kirche Santuario di San Clemente

Die ersten Dokumente, die von San Clemente sprechen, stammen aus dem vierzehnten Jahrhundert. Danach wurde die Kirche im Laufe der Jahrhunderte zu einem wichtigen Ort der Anbetung und Pilgerfahrten mit regelmäßigen und andächtigen Prozessionen sowie zum Ziel wichtiger pastoraler Besuche. Einer der Ersten war der heilige Carlo Borromeo aus Mailand um 1500. Im Übrigen haben in den letzten 200 Jahren 5 Kardinäle in San Clemente gewirkt. Nach einer Zeit der Vernachlässigung, die zum Einsturz und zu schweren Schäden am Bauwerk führte, wurde die Kirche mit den Restaurierungen wieder in ihren früheren Glanz zurückversetzt.

Dank eines aktiven „Vereins San Clemente“ gibt es in der Kirche interessante und unterschiedliche Veranstaltungen und Ausstellungen, mit Schwerpunkt „Kunst in San Clemente“, mit Ausstellungen von Fotos, Bildern und Kunst. Eine Besichtigung der Kirche ist nur in der Touristen Saison an gewissen Samstagen und Sonntagen möglich. In dieser Zeit hält sich ein „ehrenamtlicher Schlüsselgewaltiger“ im Nebenhaus auf. Sollte die Schranke am Beginn des Kreuzweges offen sein, ist es wahrscheinlich, dass jemand oben im Haus verweilt und auch über den Schlüssel verfügt.

Auskünfte über Öffnungszeiten und Besichtigungsmöglichkeiten

Es ist ein entspannendes Gefühl streckenweise ganz allein zu sein, und das besonders unter der Woche.
Für naturliebende Menschen ist dieser kurze Ausflug sicher ein unvergessliches Erlebnis. Für eventuelle Auskünfte über Öffnungszeiten und Besichtigungsmöglichkeiten Ist der „Verein SAN CLEMENTE“ gerne dazu bereit:
CARAVATE Tel. (0039)- 3487369501, Herr Gaetano ROSNATI.