Madonna della Riva in Angera


Die Historie der kleinen Kirche Madonna della Riva in Angera ist eng mit der Magie des gleichnamigen Wallfahrtsorts verbunden. Dieser Wallfahrtsort der Madonna della Riva lockt alljährlich zahlreiche Besucher an die Seepromenade der kleinen Stadt – an einen ganz besonderen Ort.

Ein Wallfahrtsort vor einer beeindruckenden Kulisse

Madonna della Riva in Angera

Gläubige und andere Weltenbummler suchen dieses auf den ersten Blick unscheinbar wirkende Plätzchen auf, um eine seit dem 15. Jahrhundert geweihte Freskenmalerei in Augenschein zu nehmen, welche die heilige Madonna mit Kind darstellt. Es ist faszinierend, an diesem heiligen Ort die Blicke schweifen zu lassen. Auge in Auge zu einem österreichischen Hafen und dem südlichen Teil des Lago Maggiore überrascht der Wallfahrtsort mit seiner zauberhaften Kulisse.

Dennoch wird Besuchern auf einem Spaziergang an dieser Promenade entlang nicht verborgen bleiben, dass die Außenmauern des kleinen Gotteshauses ihre besten Jahre längst hinter sich haben.

Eine Frau beobachtete schwitzendes Blut aus dem Bild

Das Wunder der Madonna della Riva nahm im Juni 1657 seinen Lauf. Damals war die Freskomalerei der Madonna bereits über 200 Jahre alt und dennoch war alles anders.

Eine Frau, die sich vor der Abbildung zum Beten einfand, berichtete davon, dass Blut aus dem Bild schwitzen würde. Laut schrie die Zeugin auf und wandte sich an den Probst, der die Blutstropfen mit einem Leinentuch auffing. Anschließend wurden das Bild und die Blutstropfen diözesanisch erforscht und als anbetungswürdig erklärt. Daraufhin wurde die Errichtung eines Wallfahrtsortes bewilligt, um für dieses wunderliche Ereignis eine Gedenkstätte zu erschaffen.

Nicht alle Pläne zum Bau des Wallfahrtsortes wurden realisiert

Das geplante Projekt zur Errichtung des Wallfahrtsorts war überwältigend. Eine am Seeufer entlang verlaufende Fassade war in Planung, deren Eingang dort angeordnet werden sollte, wo sich der Hafen befindet. Allerdings führten wirtschaftliche Probleme und andere Gründe dazu, dass diese Pläne nur mit der Errichtung der Apsis in die Tat umgesetzt wurden. Während des 17. Jahrhunderts wurde der Wallfahrtsort um einen kleinen Glockenturm bereichert. Schließlich wurde die einsturzgefährdete Fassade im Jahr 1943 durch eine neue Mauer ersetzt. Mittelpunkt der Madonna della Riva ist ein liebevoll gestalteter Altar des Bilds, das sich von der Fassade ablöste und auf einer Leinwand verewigt wurde. In Innenraum der Pilgerstätte ist eine große Vielzahl an Votivgaben verwahrt, die für die von der Jungfrau Maria gewährten Gnaden zeugen.

Ein Blickfang unter den Votivgaben sind die Gemälde, die vermutlich von dem italienischen Maler Isidoro Bianchi aus Campione stammen: zwei kleine Gemälde mit Darstellungen von Marias Himmelfahrt und ein großes Bild, auf dem der Besuch des Heiligen Carlo in den drei Tälern abgebildet ist.

Ein alljährliches Fest zum Gedenken an dieses Ereignis

In jedem Jahr wird der Jahrestag des Wunders aus dem Jahr 1657 am 27. Juni zelebriert. Daraufhin folgt an jedem ersten Sonntag des Monats Juli das Fest der Wallfahrtsstätte, in dessen Rahmen die Prozession der beleuchteten Boote begangen wird. Damit Groß und Klein ihre Freude an dieser Prozession haben, stehen für die Kleinsten während der Feierlichkeit Karusselle bereit.