Verkehrs- und Einreisebestimmungen - Schweiz und Italien

Verkehrs- und Einreisebestimmungen Schweiz und Italien

Teils in der Schweiz, teils in Italien gelegen, unterscheidet sich der Lago Maggiore nicht nur bei den Kosten, sondern auch den gesetzlichen Bestimmungen teilweise erheblich.

Wer aus Deutschland die Anreise an den Lago Maggiore mit dem Auto machen möchte, der hat, sofern er nicht einen reichlich großen Umweg durch Frankreich auf die italienische Seite des Sees machen möchte, praktisch keine andere Wahl, als durch die Schweiz zu fahren. Und nicht nur, weil die nicht zur EU gehört, gelten hier andere Bestimmungen. Was aber nicht bedeuten soll, dass der italienische Lago eine Ausnahme wäre, denn auch hier gibt es gewisse Regelungen, die man für einen entspannten Urlaub zwingend beachten sollte. Und weil sich zudem auch die Urlaubskosten teilweise am Lago Maggiore unterscheiden können, widmet sich der folgende Artikel genau diesen beiden Faktoren, die dabei helfen sollen, den perfekten Urlaub zu planen und durchzuführen.

Die Schweizer Regeln

Obwohl inmitten der EU gelegen und durch den Lago Maggiore sogar direkt mit Italien verbunden, ticken in der Schweiz die Uhren etwas anders. Es beginnt damit, dass man als Deutscher ohne Visum nur 30 Tage lang in der Schweiz verbleiben darf, wer längere Urlaube oder gar den Kauf eines Ferienhauses in Betracht zieht, muss von den Eidgenossen ein Visum beantragen – und das geht bei allen Deutschland-Vertretungen der Schweiz (Berlin, Frankfurt, München & Stuttgart) nur persönlich.

Passstrasse

Des Weiteren enthalten die schweizerischen Einreisebestimmungen auch einen Passus, wonach Kinder ein eigenes Ausweisdokument benötigen – ein Eintrag in den Pässen der Eltern wird seit 2012 nicht mehr anerkannt. Zudem ist die Benutzung der Autobahnen und Nationalstraßen ausschließlich mit Mautplakette erlaubt. Diese gibt es nur in einer Variante, die gleich für 14 Monate im Voraus bezahlt wird und 40 Franken kostet – kürzere Touristenvignetten für Durchreisende kennt die Schweiz nicht und die Strafen fürs Fahren ohne liegen bei abschreckenden 200 Franken. Da man auf dem Weg zum Lago Maggiore auch durch den Gotthard-Straßentunnel muss, aber noch eine kostenneutrale Nachricht: Im Gegensatz zu vielen anderen Tunnels der Schweiz muss hier für die Durchfahrt keine zusätzliche Maut berappt werden. Raucher sollten übrigens achtgeben, es dürfen nur 250 Zigaretten steuerfrei eingeführt werden.

Natürlich gibt es obendrein auch noch weitere eidgenössische Verkehrsregeln, die man beachten sollte:

  • Für PKW und Motorräder gilt innerorts 50km/h Höchstgeschwindigkeit, auf Landstraßen maximal 80km/h, auf Schnellstraßen 100km/h und auf den Autobahnen 120km/h
  • Die Promillegrenze liegt bei 0,5
  • Autos, die nach dem 1.Januar 1970 erstzugelassen wurden, müssen tagsüber mit eingeschaltetem Abblendlicht fahren; Tagfahrlichter werden ebenfalls akzeptiert.
  • Extreme Verkehrsverstöße wie 80km/h über dem Autobahnlimit werden automatisch mit einem Jahr Haft bestraft.
  • Im Auto müssen Verbandskasten und Warndreieck mitgeführt werden. Das Warndreieck muss so gelagert sein, dass man vom Fahrersitz aus, ohne auszusteigen, daran gelangt.
  • Ein Reservekanister mit maximal 25 Litern Inhalt darf zollfrei mitgebracht werden.

All das sollte man bei der Einreise in die Schweiz beachten, denn in Sachen Bußgelder sind die Eidgenossen wenig zimperlich. Schon Geschwindigkeitsverstöße bis fünf km/h kosten dort innerorts 40 Franken und wer das Handy nicht vom Ohr lassen kann ist 100 Franken los. Zwar besteht mit Deutschland kein Vollstreckungsabkommen – man könnte also nach dem Urlaub eintrudelnde Knöllchen ignorieren, aber dann sollte man tunlichst nicht mehr in die Schweiz einreisen, denn es kann passieren, dass man zur Fahndung ausgeschrieben und beim nächsten Einreiseversuch sofort in Gewahrsam genommen wird.

Die italienischen Regeln

Arona

Als EU-Land und erst recht in seiner Eigenschaft als mediterrane Nation geht es auf der italienischen Seite des Lago Maggiore ein klein wenig entspannter zu. Überdeutlich zeigt sich das in der Verweildauer im Land. Als Deutscher und somit EU-Bürger darf man in Italien nicht nur visafrei einreisen, sondern so lange im Land bleiben, wie man möchte.

Auch in Sachen Pass sehen es die Carabinere und Grenzbeamten lockerer. Der Personalausweis reicht aus und Kinder unter 16 dürfen auch mit einem Eintrag im elterlichen (Reise-) Pass einreisen – wobei man an der Grenze zur Schweiz mit einem deutschen EU-Kennzeichen gar nicht erst befürchten muss, von der Staatsmacht überhaupt kontrolliert zu werden. Das italienische Mautsystem ist indes etwas komplexer. Es gibt keine generellen Regeln, sondern ob und wie viel Maut gezahlt werden muss, hängt sowohl vom Fahrzeug als auch der Straße und der Fahrtdistanz ab. Wer von der schweizerischen A2 auf die italienische A9 überwechselt, etwa weil er über Galeron zum Lago Maggiore fahren will, der muss auf dieser Strecke definitiv Maut bezahlen - im Gegensatz zu den anderen Mautstraßen Italiens aber einen Pauschalbetrag, der derzeit bei vergleichsweise harmlosen drei Euro liegt. Raucher dürfen sich übrigens ebenfalls über die italienische laissez-faire Politik freuen, sie dürfen 800 Glimmstängel einführen, ohne Zollgebühren entrichten zu müssen.

Im Gegensatz zu den bisherigen, relativ liberalen Einstellungen der Italiener sind sie in Sachen Verkehrsregeln teilweise ebenso rigoros wie ihre nördlichen Nachbarn:

  • Für PKW und Motorräder mit einem Hubraum über 149 Kubikzentimeter gilt innerorts eine Höchstgeschwindigkeit von 50km/h. Auf Landstraßen sind maximal 90km/h erlaubt und auf Schnellstraßen 110km/h. Auf Autobahnen darf auf bis zu 130km/h beschleunigt werden. Achtung: Bei Regen und Schneefall gilt auf Autobahnen Tempo 100 und auf Schnellstraßen Tempo 90 – bei Nebel auf beiden Tempo 50.
  • Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für unter 21-Jährige liegt sie bei 0,0 Promille.
  • Pro Fahrzeug muss nur eine Warnweste mitgeführt werden. Bei Unfällen oder Pannen dürfen jedoch nur Personen das Fahrzeug verlassen, die eine Warnweste tragen – deshalb so viele mitnehmen wie Fahrgäste mitfahren.
  • Alle Autos und Motorräder müssen tagsüber mit eingeschaltetem Abblendlicht fahren, Tagfahrlichter werden ebenfalls akzeptiert.
  • Verbandskasten und Warndreieck müssen mitgeführt werden.
  • Achtung: Im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz hat in italienischen Kreisverkehren derjenige Vorfahrt, der in den Kreisel einbiegt und nicht der, der sich schon darin befindet.

Lago Maggiore

Und obwohl praktisch jeder Reiseführer vor den leicht anarchischen italienischen Fahrverhältnissen warnt, sollte man sich trotzdem tunlichst an die Regeln halten, denn der italienische Bußgeldkatalog ist in vielen Teilen noch rigoroser als der schweizerische, der selbst wiederum wesentlich teurer als der deutsche ist. Geschwindigkeitsverstöße bis zu zehn km/h kosten in Italien nämlich bis zu 140 Euro, fürs Telefonieren am Steuer ist man gleich 155 Euro los und wer ohne Helm Motorrad fährt, darf sich sogar für bis zu 60 Tage von seinem Gefährt verabschieden.

Zudem existiert seit März 2016 auch für alle verkehrsbezogenen Bußgelder, die mehr als 69 Euro betragen, ein Vollstreckungsabkommen mit der Bundesrepublik – man muss sie also in jedem Fall zahlen und wenn man damit länger als 60 Tage wartet, verdoppelt sich der Betrag sogar.

Die Frage der Kosten

Wenn man sich nur die reinen Verkehrskosten und möglichen Bußgelder ansieht, geben sich der schweizerische und italienische Teil des Lago Maggiore gegenseitig nicht viel. Allerdings gilt das für die generellen Urlaubskosten am See nur eingeschränkt.

Castello Visconteo

Das liegt zunächst vor allem am Wechselkurs des Schweizer Franken mit dem Euro. Dazu ist ein wenig Hintergrundwissen vonnöten. Noch 2014 bekam man für einen Euro etwa 1,20 Franken. Allerdings gab die Schweiz ein Jahr später die Kursbindung zum Euro auf – mit verheerenden Folgen für den Tourismus. Denn heute liegt der Kurs des Franken bei nur noch rund 1,06. Verheerend ist das deshalb, weil sämtliche Waren und Dienstleistungen in der Schweiz sich für Ausländer damit wesentlich verteuert haben. Zuvor wurde dies durch den Wechselkurs noch ein wenig abgefedert, heute, bei einem Kurs von fast 1:1 muss man für einen Urlaub in einer Pension auf der schweizerischen Seite des Sees mehr Geld einplanen, als auf der italienischen Seite – bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen wie Qualität, Service usw.

Generell davon zu sprechen, dass ein Urlaub am Schweizer Lago Geldverschwendung wäre, ist jedoch vermessen. Denn zum einen gibt es einzigartige Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele am Lago Maggiore wie das Costello Visconteo oder die Piazza Grande, die es anderswo nicht gibt. Und zum anderen wird jeder Schweiz-Urlauber bestätigen, dass in diesem Land alles buchstäblich „picobello“ ist. Das soll keineswegs heißen, dass es das in Italien nicht wäre, aber die Schweizer betreiben eben noch mal einen Ticken zusätzlichen Aufwand, um Straßen sauber zu halten und ganz allgemein die Orte auf Hochglanz zu bringen.

Das bedeutet, man bekommt im eidgenössischen Teil des Lago Maggiore für diese Mehrkosten auch etwas mehr, wenngleich man beim Kopf an Kopf Vergleich von Dienstleistungen in der Schweiz mehr bezahlen muss – aber das war auch schon vor dem veränderten Wechselkurs so, die Schweiz war immer etwas teurer.

Hinzu kommt, dass man auch in vielen italienischen Gemeinden des Lago Maggiore zusätzlich zur Unterbringung eine Kurtaxe bezahlen muss. Das wiederum bedeutet, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen darf. Wer im Schweizer Gebiet in einer Familienpension seinen Urlaub verbringt, der wird trotz des „Schweizzuschlages“ weniger bezahlen, als in einem luxuriösen Hotel auf der italienischen Seite.

Damit lässt sich abschließend festhalten:

  • Wenn es rein um Shopping und Warenpreise geht, ist Italien günstiger
  • Bei der generellen Wertigkeit von Hotels und Co. gewinnt die Schweiz.
  • In Italien sind die Preise zwar geringer, es fallen aber auch häufiger Zusatzkosten wie Frühstück usw. an, die in der Schweiz im Preis inbegriffen sind.

Doch was bedeutet das nun für den geplanten Urlaub am Lago Maggiore? Ganz einfach, dass man sich nicht von den Preisen allein verrückt machen sollte. Jedes der beiden Länder hat seine Eigenheiten, die einen Urlaub günstiger oder teurer machen können. Allein von den Finanzen sollte man sich eine solche Reise deshalb nicht diktieren lassen, sondern nur davon, was man erleben möchte. Und da gewinnt der ganze Lago, denn der ist auf beiden Seiten der Grenze atemberaubend.

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