Varese

Varese

Eine Reise nach Varese führt in eine Stadt, die weit mehr als der wichtigste Ort der gleichnamigen Provinz ist. Varese ist eine der größten Städte in der Lombardei. Città Giardino, dieser Beiname könnte treffender nicht sein. Denn den liebenswerten Kosenamen „Gartenstadt“ hat sich die Herberge unzähliger Parks und öffentlicher Gärten redlich verdient.

Am Fuße eines mächtigen Bergmassivs

Die Gartenstadt am östlichen Ufer des Lago Maggiore beeindruckt mit einer mitreißenden Lage. Am Fuße des Bergmassivs Campo dei Fiori zu Hause, entfaltet sich diese geschichtsträchtige Stadt. In Geschichtsbüchern steht geschrieben, dass die Vorgeschichte der heutigen Heimat von über 80.000 Menschen bis auf die Vorgeschichte zurückreicht. Ab dem 11. Jahrhundert etablierte sich ein großer Markt in der Stadt. Auch das Jahr 1859 geht in die Geschichte der Stadt ein. Während des Risorgimento duellierten sich Truppen österreichischer Kräfte unter Feldmarschall Karl von Urban und dem italienischen Guerillakämpfer Giuseppe Garibaldi. Nachdem die Österreicher bei diesen Auseinandersetzungen geschlagen wurden, stießen Garibaldis Kräfte in Richtung Gardasee vor. Es folgten die bedeutungsträchtigen Schlachten in San Martino und Solferino.

Eine Stadt zwischen Tradition und Moderne

Bis heute präsentiert sich die Universitätsstadt als Ort im Wandel der Zeit. Seit mehreren Jahrhunderten ist die Altstadt von Varese hauptsächlich zwischen den Grenzen gelegen, die schon im Mittelalter als Befestigung für die Ortschaft dienten. Und dennoch hat die Moderne in Varese Einzug gehalten. Moderne Bauten wie ein Kongresszentrum bilden einen faszinierenden Kontrast zu älteren Gebäuden wie der Villa Panza. Schnell werden Besucher bemerken, dass die Stadt mit ihrem Reichtum an imposanten Villen und mit Liebe zum Detail gepflegten Grünanlagen beeindruckt. Ein Aushängeschild dieser Baukunst ist die Villa Menafoglio Litta Panza, die der Castellanza Biumo Superiore ein architektonisches i-Tüpfelchen verleiht. Diese Villa ist nicht nur äußerlich schön anzusehen. In den Innenräumen ist heutzutage eine umfassende zeitgenössische Kunstsammlung ausgestellt.

Architektonische Meisterwerke

Die zentrale Piazza von Varese ist eine Augenweide, an der sich Einheimische und Besucher „Hallo“ sagen. Im Herzen dieses Platzes zieht die Basilika San Vittore die Blicke auf sich. Die Fassade im neoklassizistischen Stil wurde mit viel Liebe und noch mehr Können angefertigt. Ein optisches Highlight ist der Kirchturm der Basilika, der mit barocken Stilelementen überhäuft ist. Und auch im Innenraum dieses Prachtbaus setzt sich die Entdeckungsreise fort. Die Apsis und der Hochaltar verleihen dem Innenraum seinen unverkennbaren Glanz. Malereien von Künstlern aus der Lombardei versetzen Kunstkenner ins Staunen. Ebenso eindrucksvoll ist das direkt neben der Basilika erbaute Baptisterium, das seit dem 12. Jahrhundert auf einem Vorgängerbau aus dem 9. Jahrhundert thront. Ein besonderer Blickfang sind all die wunderschönen gotischen Fresken, die die Innenräume dieses Baptisteriums verzieren.

Die schönsten Sakralbauten in Varese

Das Zentrum von Varese ähnelt einem Museum unter freiem Himmel, in dem Kirchen wie die Santuario della Madonnina, San Giuseppe oder San Antonio alla Motta die große Bedeutung der Religion für die Stadt unterstreichen. Ein Touristenmagnet ist der Palazzo Estense, den der Adelige Francesco d'este III. von 1766 bis 1771 durch Giuseppe Bianchi errichten ließ. Ein Schmuckstück dieses Palastes ist der dahinter verborgene Park, der den Namen „Giardini Estensi“ trägt. Diese Parkanlage knüpft nahtlos an die Gärten der Villa Mirabello an. Dieses prunkvolle Haus ist in fantastischer Lage auf einem Hügel platziert, der einen atemberaubenden Blick auf die Umgebung freigibt. Heute verbirgt sich hinter den Mauern dieser Villa das Musei Civici. Dieses Museum ist in eine Pinakothek, historische und naturkundliche Sammlung sowie einen prähistorischen Bereich untergliedert. Dieser Reigen historischer Attraktionen wird durch das einstige Benediktinerkloster San Antonio vollendet. Auf einem Besuch zu dieser religiösen Begegnungsstätte fallen der Kreuzgang und das ehemalige Reflektorium ins Auge, das heute zur Sala Veratti umgewandelt wurde.

Corso Matteotti: sehen und gesehen werden

Doch Varese bietet noch mehr. In der Vergangenheit nahm die Stadt stetig an Größe zu. Einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung leisteten die insgesamt sieben Castellanze, die sich um das Gebiet gruppierten. Diese Ortschaften gaben ihre Autonomie auf, um heute wichtiger Bestandteil der Stadt zu sein. Wer den Alltag in Varese mit all seiner Lebendigkeit genießen möchte, ist auf dem Corso Matteotti an der richtigen Stelle angelangt. Mehrere gut erhaltene Palazzi und Bogengänge säumen die Flaniermeile, an der die Zeit niemals still zu stehen scheint. Diese Fußgängerzone ist der perfekte Ort, um direkt am Leben teilzuhaben. Und ganz gewiss eröffnet sich auf dem Corso Matteotti auch die eine oder andere Einkaufsmöglichkeit.

Im kühlen Nass baden oder sich sportlich betätigen

Gewässer wie der nahe zum Stadtgebiet gelegene Lago di Varese beweisen, dass der Lago Maggiore längst nicht die einzige Möglichkeit für eine Erfrischung im kühlen Nass ist. Diese Seen und unzählige Flüssen versprechen perfekte Bedingungen für einen Ausflug mit dem Kajak oder Kanu. Mehrere Strände in und um Varese locken Angler, Windsurfer oder Segler an, die ihrer Leidenschaft für die Wassersportarten frönen möchten. Das abwechslungsreiche Intermezzo aus Wäldern und Tälern verspricht in der Nähe von Varese nicht nur hervorragende Bedingungen für Reit- und Wanderexkurse. Wer sich beim Paragliden oder Drachenfliegen durch die Lüfte schwingen möchte, wird an einem Urlaub in Varese ebenso viel Freude haben wie Kletter-Enthusiasten.

Kulturelle Veranstaltungen mit langer Tradition

Eine besondere Tradition pflegen die Einwohner Vareses jeweils am letzten Donnerstag im Januar. Ist es an der Zeit für das Gioeubia, zelebrieren Einheimische an diesem Tag die Verbrennung der „Alten“. Dieses Happening hat sich in den Köpfen der Einwohner als Symbol der trockenen Jahreszeit manifestiert. Zugleich verbinden Vareser dieses Ereignis mit dem Wunsch, zum baldigen Frühlingserwachen einzuleiten. In der Vergangenheit assoziierten Menschen diese Veranstaltung mit dem Gedanken, dass der Einzug des Frühlings das eigene Überleben sicherte. Dieser Überlebenskampf spielt heute glücklicherweise eine untergeordnete Rolle. Was blieb, ist ein kulinarisches Freudenfest mit Risotto mit der Hausmacherwurst Luganiga. Bis heute gilt diese lukullische Kreation als Symbol der Fruchtbarkeit.

Tolle Events im Januar

Wie wichtig der Januar für die feierfreudigen Einwohner ist, beweisen auch der 16. und 17. Januar. Wird an diesen Tagen das Fest des Hl. Antonius aufgeführt, hält es keinen Vareser in den eigenen vier Wänden. Am Abend des 16. Januar wird ein großes Lagerfeuer veranstaltet. Am darauffolgenden Tag hat es sich eingebürgert, die eigenen Haustiere vor der Kirche segnen zu lassen. Dieses Ereignis spiegelt die besondere Kultur der Einwohner Vareses auf eindrucksvolle Weise wider. Ganz gleich, ob Urlauber die Natur, Kultur oder spannende Veranstaltungen hautnah erleben möchten – Varese lockt als Stadt mit tausend Facetten. Diese Vielfalt setzt sich auch in der heimischen Küche fort, die für jeden Geschmack und jeden Anspruch das Richtige bietet. Jeder Besucher sollte einmal Mustazzitt versucht haben. In der Vergangenheit galt dieser kleine Flammkuchen als Spende an alle Pilger, die das Heiligtum von Sacro Monte aufgesucht hatten. Käseliebhaber erwarten mit Gorgonzola oder Formagella aus der Region wahre Gaumenfreuden. Ein Abstecher nach Varese verspricht nicht nur 100 Prozent Erholung und kulturelle Einblicke. Zudem werden die Sinne durch die vielfältige Küche der Stadt berührt.

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