Castelli di Cannero - Lago Maggiore

Castelli di Cannero

Bei Cannero Riviera, wenige Kilometer südlich von Cannobia vor dem westlichen Ufer des Lago Maggiore, befinden sich die einzigartigen Castelli di Cannero. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Sehenswürdigkeit: eine Burg, die direkt auf dem Wasserspiegel des Lago Maggiore gebaut ist. Oder zumindest zu sein scheint, denn die aus Fels bestehenden Inseln, auf denen die Castelli gebaut sind, tragen die alten Gemäuer. Der Plural die der Betonung auf „die“ Castelli ist beabsichtigt – denn er bedeutet, dass die gesamte Anlage aus zwei Teilen besteht, nämlich einem kleineren Teil auf einer westlicher gelegenen Felsinsel, wo eine Mauer und ein Turm so langsam aber sicher verfallen, und einem sehr viel größeren Teil auf der östlichen Insel.

Vor 1519 stand am selben Ort die Castelli di Malpaga

Blick auf das Castelli di Cannero

Vor dem Jahr 1519 stand am selben Ort die Castelli di Malpaga, die der ghibellinischen Adelsfamilie Mazzarditi Wohnstatt und Zuflucht waren. Zuflucht konnte die Familie gut gebrauchen, denn sie tyrannisierte die Bevölkerung in der Umgebung, etwa die Bewohner der Stadt Cannobia wenige Kilometer im Norden ihres Schlosses, die sie sich in den Jahren 1403 und 1404 einverleibt hatte. Als einige Jahre darauf dann die Visconti in die Region vordrangen, waren sie die ersten, die es schafften, die Castelli di Malpaga einzunehmen und die Terrorherrschaft der Familie zu durchbrechen; allerdings wurde die ursprüngliche Burg in den Kampfhandlungen unwiederbringlich zerstört. Die Stadt Cannero wie auch die Inseln, zu denen drei weitere, sehr kleine Eilande gehören, blieben ebenfalls weiterhin Streitobjekte, um die sich die Familie Visconti schon bald mit einer anderen Mailänder Adelsfamilie, der Familie Sforza, bekriegte.

Ludovico Borromeo war es schließlich, der 1519 damit begann, an der gleichen Stelle erneut eine Burg auf den beiden felsigen Eilanden zu errichten. Die bereits 1521 fertiggestellte Anlage wurde durch die Rocca Vitaliana geschützt, die Festung auf der kleineren Insel, die in erster Linie als Anlage zur Verteidigung des äußersten Nordens von Italien gegen die immer wieder einfallenden eidgenössischen Truppen errichtet worden war. Zuvor hatte der Herzog von Mailand das Tessin an die Schweizer Nachbarn abgeben müssen, die sich jedoch lange Zeit nicht damit zufrieden gaben.

Gut erhaltene Schlossüberreste

Boote am Castelli di Cannero

Heute kann man die aus den Fluten des Lago Maggiore ragenden, gut erhaltenen Schlossüberreste entweder vom Lande, vom Wasser oder aus der Luft betrachten. So bietet sich vom Festland aus, vom direkt gegenüber liegenden Cannero, ein wunderbarer Blick auf die beiden Gebäude, die direkt auf der Wasserlinie liegen. Von Cannero aus kann man auch mit dem Boot die wenigen Meter hinüber zu den Inseln zurücklegen und die alten Castelli di Cannero umrunden und aus nächster Nähe bestaunen.

Oberhalb von Cannero hat man eine einzigartige Sicht auf das Castelli

Wer sich die Mühe macht und oberhalb von Cannero die Strada Provinciale in Richtung Trarego Viggiona hinaufgeht oder –fährt, dem bietet sich nach etwa fünf Kilometern in der Umgebung von Viggiona eine einzigartige Sicht auf die von tiefblauem Wasser umgebenen Castelli aus der Vogelperspektive – der Blick aus der Luft.

Cannero - ein sehenswerten Ort

Auch Cannero selbst verbreitet ein angenehm ruhiges, mediterranes Flair. Die einzige größere Straße wurde um den Ort herumgebaut, weswegen das Dorf nichts von seinem ursprünglichen Reiz eingebüßt hat: die Uferpromenade, die Altstadt mit ihren engen Gassen, die kleinen Läden und Restaurants machen Cannero nicht allein wegen der Schlösser auf dem Wasser zu einem sehenswerten Ort.

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